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Gemeindeausflug

Gemeindeausflug nach Groß Raden am 17. August 2017

 

Gemeindeausflug 2017 nach Groß Raden

 

Von dem weisen Konfuzius ist ein Wort überliefert, dem nur zuzustimmen ist: „Zu einem guten Ende gehört auch ein guter Beginn“ -  und den hatten wir, als es sich 41 Teilnehmer aus Boltenhagen und Klütz im Reisebus bequem gemacht hatten und der Gemeindeausflug beginnen konnte. Nach schwül-warmen Tagen war der Himmel leicht bedeckt, aber vielversprechend, dass das Wetter „halten“ könnte. Mit dieser Zuversicht und einigen Erwartungen an das, was kommen würde - eine gewisse Orientierung war vorgegeben - fuhren wir durchs schöne sommerliche Mecklenburger Land, vorbei an Wismar, durch Warin und Brühl nach Sternberg, bis wir – noch etwas irritiert suchend – jene Sagsdorfer Brücke über die Warnow erreichten.

 

Ein großer Findling erinnert daran, dass sich hier der Sternberger Landtag am 20. Juni 1549 vom katholischen Kaiser Karl V. distanzierte und sich die Mecklenburger Herzöge zur Reformation bekannten und damit die lutherische Lehre für alle Landstände durchsetzten, „etwas“ später, als in anderen Landen, wie so oft. 500 Jahre nach den Ereignissen der Reformation ist sie einmal mehr Anlass für ein großes Gedenken und auch unserer Fahrt an diesen historischen Ort. Als wir uns auf der grünen Wiese am Stein zusammenfanden, stand auf einmal, wie aus dem Nichts, unsere Pastorin als Katharina von Bora vor uns, leibhaftig - kaum zu glauben! Begeistertes Staunen! Mit Barett, im langen Miederrock und Marktkorb am Arm, so, wie Luthers Käthe beim Einkauf unterwegs gewesen sein könnte, war sie mitten unter uns.

 

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Gespannt hörten wir ihr zu, was sie über sich selbst und ihren Herren Martinus zu sagen wusste, bis Pferdegetrappel die Aufmerksamkeit ablenkte. Es gehörte zu den Kremsern, die bereitstanden, um den nächsten Kulturpunkt anzusteuern – das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden. Bei dem auf die verschiedenen Pferdestärken verteilten Aufbruch wäre fast unsere Katharina stehen geblieben. Schließlich regelte es sich alles zur allgemeinen Zufriedenheit.

 

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Etwas durchgerüttelt, mit vielstimmigem Gesang sei man unterwegs gewesen, habe die Natur und viele Schafe bewundert – das war das Echo auf die fröhliche Kutschfahrt. Dass man auch noch fröhlich war, als im Freilichtmuseum wenig einladend Kaffee und Kuchen „geliefert“ wurden, man auf harten Bänken ohne Lehne nur mühsam ausreichend Platz fand, war durchaus nicht selbstverständlich und das Wohlwollen sehr zu loben. Wir hatten etwas anders geplant. Nun saßen „Klütz und Boltenhagen“ dicht bei dicht – wie schön!

 

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Nach dieser Rast wurden wir über das Freilichtgelände geführt, die Anlage einer rekonstruierten altslawischen Siedlung aus dem 9. Jahrhundert. Wir hörten über ihre Geschichte, sahen die Hütten mit Sandfußboden und Herdstelle, die Flechtzäune, den Sohlgraben, den Slawischen Tempel, die Wallburg. Angefüllt mit vielen Informationen und schon etwas abgemattet machten wir uns auf den Rückweg, wobei der Bus nicht da stand, wo er stehen sollte. Wie gut, dass unsere Katharina von Bora bereits im Hier und Jetzt angekommen war und telefonieren konnte.

 

In der Sternberger Kirche wurden wir bereits erwartet und hörten noch Interessantes über diese bemerkenswerte Kirche. In einer kurzen Andacht dankten wir für die frohen Stunden, für Bewahrung und das Nicht-nass geworden zu sein. „Ende gut, alles gut“.

 

„Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.“     

 

Hildbug Enderlein